Gnawa, Vinyl und andere Leckereien

2018 ist eingetreten worden, mit einer Turbine voller kreativer Schallwallungen!

Das 7V-Studio hatte Besuch aus Marokko – die Musiker und Instrumentenbauer Majid Boudalfa und Rabii Harnoune haben die Neujahreszeit in der Klangkapsel zu einem orientalisch gewürzten Festival gemacht. Rabii und Majid sind Gnawa-Musiker. GNAWA ist eine spirituelle rituelle Musik. Sich dabei in Trance zu spielen gehört ebenso dazu wie das Geschichten erzählen. Oft wird in großer Gemeinschaft musiziert. Das Musik machen wird von den GNAWA als heilende Kraft angenommen. Es finden jährliche unzählige Gnawa-Festivals statt, Musiker wie Jimi Hendrix, Peter Gabriel oder Joe Zawinul gelten als Liebhaber dieser Musik.

Neben Perkussion spielt die Gimbri im GNAWA eine zentrale Rolle. Es handelt sich dabei um eine Art Laute, drei-saitig und mit rechteckigem Klangkörper aus Holz. Die Decke ist ein Tierfell, die Saiten werden nicht mit Wirbeln sondern mit einem Lederband an dem langen Hals des Instruments befestigt. Im Besessenheitsritual Derdeba wird die Gimbri mit dem Besessenen identifiziert und dient der Anrufung der Geister.

Majid Boudalfa hat das archaische Instrument weiterentwickelt, den Korpus verfeinert, mit einer gewieften Tonabnehmer Bestückung elektrisch gemacht, den Hals mit Mechaniken ausgestattet und so eine moderne Gimbri geschaffen, die den Zugang für Musiker erleichtert und beflügelt. Gitarristen und Bassisten fühlen sich in der Regel nach einer halben Stunde neugierigen zupfens schon heimisch auf so einer Gimbri.

Majid und Rabii fertigen unter dem Label „GARAGE GNAWA“ (garagegnawa.com) moderne und auf Wunsch auch old-skool- Gimbris per Hand und in Serie. Die GMS, u.a. Bassistin von UA, hat nicht lange gezögert und gilt mittlerweile als eifrige Studentin des Instruments.

Rabii Harnoune hat für die 7V-BLACKBOX einen GNAWA-Song in traditioneller GNAWA-Kluft performt. „YERBOUDI“ ist der Titel des Stücks. „YERBOUDI“ bezeichnet die Ahnen der Gnawameister und die der Mkadma (Fauen, die Gnawatrancenächte veranstalteten).



In der Frankfurter Taunusstraße hat V.B.KÜHL indes einen vibrierenden Abend an den Plattentellern seiner privaten Vonkzentrale aufgezeichnet. Ein vinyles Set, das jeden Anflug von Lebensmüdigkeit verpuffen lässt. Schließt’s an Eure Ohren an und lasst es Euch schmecken!



2018 sind längst versprochene und auch vollkommen unerwartete Attraktionen aus dem Hause t&TT zu erwarten. Soviel ist sicher. Und zwar mit Sicherheiterkeit!

Wagt es nicht, Euch nicht zu trauen!

Euer
der mann aus ton

Musik ist wichtig, Musik kommt zuerst!

Hochverehrte Leserschaft,

das Jahr schwänzelt dem Ende zu, es wird nie wieder ein 2017 geben. Für die einen beruhigend, für die anderen erschütternd. Aber im Grunde: Egal. Denn wichtig ist das hier und jetzt ja wohl nicht zu nehmen. Oder etwa doch? Bevor der Zeiger auf die 8 schnalzt hätten wir noch einen deftigen Rückblick voller Neuigkeiten im Ärmel. Gleich zwei neue Videos aus der JULIKAPELLE. Vom nach wie vor noch 2017 erscheinenden Album „SYNKRON?“.






 Die 7V-Blackbox hatte Besuch von einem Mann, wie er passender nicht passen könnte: BROTHER GRIMM. Der spielt Oden in Fuckmoll, schichtet Gitarrenschleifen und singt mit einem Timbre irgendwo zwischen Bowie und Scott Walker bis die Seele bebt. Den Titelsong seines in Christiania eingespielten Albums „Home today, gone tomorrow“ gibt er in einer Version, die Sogwirkung entfaltet, hat man sich erstmal darauf eingelassen.




Aus Syrien kam Wochen zuvor ein ganz anderer Studiogast. SALEM JAZA. Mit seinem Arabischen Medley stellt er uns die Oud vor. SALEM lebt und studiert in Braunschweig. Musik ist für ihn eher so etwas selbstverständliches. „Wenn Du bei uns zuhause irgendwo spielst, dann stehen die Leute nicht da und gucken Dir zu. Sie schnippen mit, oder stimmen in den Gesang ein, klatschen in die Hände. Das ist vollkommen normal.“ Bei seinen ersten Auftritten in Hannover musste der Oud- und Perkussionbegnadete erstmal kapieren dass es kein Zeichen von Kritik ist, wenn die Leute da hocken und sich kaum rühren. Sie hören halt einfach zu. SALEM zuhören könnt ihr hier:




U.A haben endlich das zauberhafte Video zu „Eislaufen“ ins Netz gehängt! Erdacht, gefilmt, geschnitten von CHRISTIAN HAHN. Mit echtem Schnee und Szenen aus der Hood um die Gutleutstraße 17A. In dessen obersten Stock einst Vonklegende V.B. KÜHL sein Kopfkissen knautschte. Und das unvergessene Album „17A“ produzierte.




Und zu allergutester Letzt ist die Veröffentlichung des neuen Albums von THE BIG SWAMP auf weltweite Beachtung gestossen. Der mann aus ton hat hineingehorcht:
„I’m drunk since days, got an aching head I’m a shame for my mum but guess what - she’s dead”

Wenn Jan Strobel diese Zeilen im Song “win and go” von den Hildesheimer Bluesheimern THE BIG SWAMP singt, ist das –leider- kein abgedroschenes Southern-Rock Klischee. Lediglich künstlerische Verarbeitung eines traurigen Ereignisses.

Die Zeit vor und unweigerlich auch während der Aufnahmen zum neuen Album „Come over, come home“ war für die Band keine leichte. Selbst erfolgreiche Konzerte können manchmal kein Trost sein. Dass die Musik nicht einfach ein Neuaufguss des ersten Albums ist zeigt, dass THE BIG SWAMP miteinander gewachsen sind. Freilich bleiben sie sich dabei treu, die 4 Flanellkarierten Herren. Aber sie wollen definitiv mehr.

So ist das Titelstück ein roher, Dreckstrotzender Grungeblues, aufgerissen von Jan’s verzerrter Mundharmonika, ein zuhause beschwörend, dass sich nicht mehr anfühlt wie das Zuhause, dass es mal war. Alkohol, liebliche Betäubung, taucht -neben anderen Betäubungsmitteln- immer wieder in Strobel’s Zeilen auf.

Kein Zweifel, die Southern-Rock Farbe, die THE BIG SWAMP auftragen, hat eine extrasumpfige Note. Eindringlich, fiebrig, dreckig.
Vor dem inneren Auge würgt & schlägt Dennis Krastinat den Hals seiner abgeranzten Stratocaster als hätt er’s mit ner Sumpfphyton zu tun, die er seinem Sänger vom Hals halten müsse.

Ein grimmiger Basswena und der wuchtige Axel „Acki“ Gerke kochen dazu an ihren kupfernen Rhtyhmuskesseln. Die bärtigen Gesichter mit Voodootribals bemalt. Vermutlich. Rock’n Roll can save us all. Mit dem epischen „Dying all alone“ begeben sie sich schließlich auf die dunkle Seite des Mondes – und die ist bei THE BIG SWAMP freilich eine düstere Sumpflandschaft. Mit Treibsandfallen. Irgendwo da draussen Jan, mit seinem kratzenden Mikrofon. Und die Leere, die ein Mensch hinterlässt, das unfassbare verstehen - „and it’s getting cold these days, winter’s coming way to soon. I am hiding from the sun, in the darkness of my room”.

Das Album wurde im Frühjahr 2017 im 7V-Studio aufgenommen und ist ab sofort als CD im freundlichen Digipac oder als download zu haben



So gebt 8, 2018 kommt!
Mit Vervielfältigungen noch und nöcher!
Seid bereit aber entspannt Euch!
Nichts ist größer als wir alle!

Euer
der mann aus ton

Bahnhofsviertelkonnektionen

Holde LeserInnenschaft,

ein uns wohlbekannter Vonkbruder namens V.B.KÜHL hatte einst einen jungen Nachbarn, der sich ebenso wie unsere Untergrundgemeinde hemmungslos der Musik hingibt. Und so ergab es sich, dass die beiden zusammen musizierten und der junge inzwischen Ex-Nachbar in Klangforschung und -formung versank.

Das war sehr gut, man kann sogar sagen "Schwein gehabt", denn nun zeigt sich, dass der Mann was druff hat! Neben seinen Soundkreationen kann er auch feinste DJ-Mixes erschaffen und tat dies neulich bei den knorke Leuten von LOOF.TV bzw. sorgten diese dafür, dass ein Live-DJ-Set des jungen Ex-Nachbarn aus seiner Wohnung live ins Netz geströmt wurde. Eine große Sache, schließlich waren dort schon unter anderem Roman Flügel oder Ata Macias am Werk.

Wie vielleicht der ein oder die Andere bereits gemerkt hat, bewegen wir uns im Reich der elektronischen Musik. Aber eben nicht nur, wenn der junge Herr sein Ding macht. Aber seht selbst in einem fast dreistündigen Video. Aber vorher soll der Name noch genannt werden, auch wenn das nicht ganz so einfach ist. Denn der junge Herr heißt zwar LUCA HARTZ, tritt aber unter verschiedenen Namen musikalisch in Erscheinung. Als da wären PORCO ROSSO, SCHEINEPRINZ, LUCA BAZOOKA. Aber Namen sind ja sowohl Schall als auch Rauchware.

Seht also das Video hier: http://loof.tv/schweineprinz

Und aus einigen Titeln, die LUCA und V.B.KÜHL zusammen produziert haben, hat der junge Ex-Nachbar einen veritablen DJ-Mix gemacht, der hier dem Ohr zugeführt werden kann:



Bleibt schön neugierig und schwingt Euch beschwingt in die Weihnachtszeit!

Euer
der mann aus ton

Frachtschiff der Liebe

„Seelenverwandtschaft ist dicker als Blut“ – eine seltene Aussage. Und, je nach dem wer man ist, mitunter absolut wahr.

 Im kleinen, beschaulichen, wenn auch hier & da von Umbau gezeichneten Hafen von Celle (Niedersachsen) liegt ein Schiff vor Anker. Die MS LORETTA. Ein Kulturschiff. Alles andere als ein Seelenverkäufer (es ist voll manövrierfähig).
Ein Partyschiff, gebaut 1913 (!), nach ausufernden Seegängen und Besitzerwechseln von einem eigenwilligen Querdenker nach Celle geholt, um dort nun -seit ca. 2 Jahren- für alle, die auch nur ansatzweise Seelische Verbundenheit zu ehrlicher, leidenschaftlicher Untergrundkunst/musik/kultur hegen, einen magischen Ort der Begegnung zu schaffen. Man kommt an Bord dieser alten Seedame wie in einen Panel von Tim und Struppi: Der Bauch des Schiffes, mit Bar und Konzertraum ist gediegen eingerichtet, voller unaufdringlicher Details, schlichtweg ur-urgemütlich weckt er ein Gefühl von Geborgenheit - ein wohliges aufgehobensein in einem Rahmen, der ansonsten nur in Träumen zur Verfügung steht.

Myriam, Andrea und Arnold sind die Besatzung der MS LORETTA. 2 Navigatorinnen & ein Reeder. Das Trio veranstaltet Events, die von Bukowski-Lesungen über Konzerte hin zu DJ-Sets keinerlei Kost verachten. Solange sie den dreien schmeckt. Und genau dieses Geschmäckle verleiht der MS LORETTA die besondere Note. Man kann sich nämlich darauf verlassen. Und wenn mans Scheisse findet, sollte man besser nie wieder and Bord gehen. Denn es wird immer sehr gut bleiben. Was nicht zuletzt der Auftritt, den u.a. U.A auf diesem magischen Boot hatten, belegt. Die schönsten Abende sind, alten Sagen zufolge, immer die, von denen man’s nicht erwartet. Doch es gibt Veranstalter, die es verstehen eine Atmosphäre vorzulegen, die die Wahrscheinlichkeit eines solchen Erlebnisses unheimlich beschwingt... Ahoi MS LORETTA!


U.A. fuhren ins Ungewisse, spielten vor einer Handvoll GefährtInnen, gemischt mit einer Schiffsladung Unbekannten die im Verlaufe des Abends irgendwie zu Vertrauten wurden. Mitgefangene, Eingeschworene ...eine Besatzung Seelenverwandte auf einer Reise durch Wellen & Frequenzen. Ausgelassener Applaus, angezündetes Publikum, wahnwitzige Gastgeber, Musik Musik Musik - beim Klabautermann, was für ein Seegang!

Euer
der mann aus ton

Wer was anfängt macht auch Fänge

Werte Betrachtende!

Ein roter Schirm zwischen den Pfeilen – dass dies Straßenzeichen auf der Hauptschlagader des Frankfurter Rotlichtviertels sind, weiß nur, wer die Wohnstätte des Votograven kennt. Oder beim Titel der Ausstellung etwas tiefer denkt: “HomeSweetHome -  Augenblicke im Bahnhofsviertel“.


Eine bittere Süße, mitunter. Und definitiv einen Besuch wert – die Augenblicke, die V.B. eingefangen hat sind grotesk, witzig, erschreckend und immer wieder zutiefst poetische Impressionen, die man im vermeintlichen „Schmuddelviertel“ nicht unbedingt erwartet hätte. V.B. KÜHL’s Werke sind noch bis zum 29.8.2017 im legendären Frankfurter Kiosk YOK-YOK zu bestaunen – nicht selten gibt’s auch Gelegenheit die vonkey Linse persönlich anzutreffen, also sputet Euch, es lohnt sich!

Ein ganz anderer Augenblick wurde kürzlich im 7V-STUDIO eingefangen: MATTHIAS ZIMLICH, Musikant des Alzenauer Burggesang Ensembles und die Stimme des ambitionierten Elektroprojekts „FLAB“, ist ein ehemaliger musikalischer Weggefährte von KÜHL & SAUER. Und zwar aus genau jener Steinzeit, die dazu führte dass diese unschlagbare Kombination zueinander fand!

Gemeinsam spielten die Herrschaften in den Aschaffenburger Bands „ILL“ und „murmur“, mit denen sie die 90er Jahre aufbrezelten. Erstere Truppe gehörte zu den frühesten einheimischen Bands, die sich dem damals vollkommen neuen Genre „Crossover“ widmeten. Letztere nahmen zweifellos die aufkommende unplugged-Welle vorweg und scheuten auch nicht davor akustische Varianten von Hip-Hop-Hits darzubieten.

Eben genau dieser MATTHIAS also kam zu Besuch ins 7V-Studio, griff zur Gitarre und spielte seine ganz eigene Interpretation des RHIANNA-Hits „Love on the brain“ in die 7V-BLACKBOX.


Love on the brain also, und Love im Bahnhofsviertel – Love Love Love! Möge es ein Sommer der Liebe sein, der da in den heranpreschenden September mündet, untermalt ihn mit Musik und werweiss, vielleicht kommt beides ja eines Tages zur Weltherrschaft!

Euer
der mann aus ton

Reisegefieder

Liebe Mitwissenden!

Der frühe Vogel gilt allgemein als erfolgreicher Fänger, ob im Roggen oder im Korn. Doch allein – es hilft ihm wenig, wenn nicht auch der Wurm, den er zu fangen gedenkt, ein früher ist. Man könnte aus der alten Redewendung auch ableiten, dass der späte Wurm jener ist, welcher mit dem Leben davonkommt. Ob der gern gehörte Ohrwurm indes Früh- oder Spätaufsteher ist, bleibt unerforscht. Vermutlich eher letzteres.

Im Falle von MAIK W. GARTHE sogar ganz gewiss. MAIK, versierter Gitarrist, umtriebiger Musikant und vorzüglicher Songwriter dürfte die kreativen Erleuchtung, die allein das Nächtliche Dunkel hervorzubringen vermag, nicht unbekannt sein. Sein Song „EARLYBIRD“, den er in der 7VBLACKBOX zum besten gibt, erweckt zumindest solch einen Anschein. Aber Vorsicht, werte Gehörgangs da draussen: Ohrwurmgefahr!

maikgarthe.de


Mindestens genauso versiert an der Gitarre und nicht minder fleissig auf den Bühnen des Landes unterwegs ist PETER FUNK.
Ein Mann, der das Slide-Spiel ebenso beherrscht wie allerlei Picking-Techniken – Beides nutzt er um seine Zuhörer auf eine Reise mitzunehmen während der er auf Originalinstrumenten aus den 20er und 30er Jahren die goldene Era der Steel-Gitarre beschwört, gleitet von Hawaii rüber zum Mississippi, ab nach Chicago und wieder zurück – Ein Zeugnis dieses Schauspiels hat er für die 7VBLACKBOX zum besten gegeben, lasst es Euch schmecken!

peterfunk-music.de


Eine ganz andere Reise hat Kien Hoang Le unternommen. Mit seinen Eltern eine Erinnerungsfahrt auf der Transmongolian Eisenbahn zu nehmen um schließlich als gefeierter Hauptakt auf dem Kopenhagener Fotofestival zu landen – ein absolut ilfmreifer Trip. Vor allem wenn die Musik die drunter liegt von UA stammt!


hoangle.de


Ab auf die Reise mit Euch, vergesst nicht dass das Ziel das Ziel ist, und genau dieses liegt ja nirgends anders als neben dem Weg!

Euer
der mann aus ton

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